Regionalmarke "ingolstadtlandplus": Oligarchische Verhältnisse?!

Regionalpolitik

Die Diskussion um die Regionalmarke "ingolstadtlandplus" zieht mittlerweile weite Kreise in der Region.

Und während man aus den Städten und Gemeinden der Region größtenteils Ablehnung und den Ruf zur Neuauflage vernimmt, spielen die Verantwortlichen auf Zeit oder geben beschwichtigende Presseerklärungen ab.

Der Neuburger Landrat Roland Weigert äußerte sich kürzlich über die Medien. Dazu im Folgenden einige Auszüge aus seiner Presseerklärung(Augsburger Allgemeine) mit Kommentar der Kreis-SPD Pfaffenhofen:

...die Diskussion kommt nicht überraschend.
Allerdings sollte man die Kirche im Dorf lassen und nicht gleich immer alles schlecht reden....

Unser Kommentar dazu: Wer vorher nicht seine Bevölkerung fragt, braucht sich nachher nicht zu wundern, dass "schlecht" geredet wird. Wir wollen ja eine Regionalmarke - aber wenn dann eine, die eine Mehrheit in der Region auch mittragen kann!

...Mit diesem Logo soll in Zukunft für die Region geworben werden. Der Name sei ein Aspekt, fürs Marketing vielleicht ein wesentlicher. Aber viel wichtiger sei das, was durch Irma auf den Weg
gebracht wurde: nämlich eine gut funktionierende Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene zwischen Politik und den großen Unternehmen dieser Region...

Unser Kommentar dazu: Nicht ablenken! Nicht IRMA steht zur Debatte, sondern die neue Regionalmarke und deren Aussage!
Die Leistungen und die Notwendigkeit von Regionalmanagement stehen außer Frage.

...Die Diskussion um den Namen ist für ihn in Ordnung, dass die neue Wortmarke aber zu dermaßen politischen Reaktionen animiert, kann er nicht nachvollziehen. „Das spielt auch Aktionismus eine Rolle“, glaubt Weigert....

Unser Kommentar dazu: Das ist nicht Aktionismus, sondern das ist Demokratie. Die Diskussion hätte vorher in den entsprechenden Gremien stattfinden müssen. Dass sich die Bevölkerung, so ungefragt nun dagegen auflehnt ist doch kein Wunder. Im Übrigen sind für die Entwicklung auch Steuergelder verwendet worden. Insofern ist die Politik hier ganz klar Rechenschaft schuldig.

...Er würde sich wünschen, wenn die neue Dachmarke eine faire Chance bekommen würde. Der Name sei ja nicht von irgend jemand kreiert worden, sondern von einer namhaften Agentur, die sich dabei etwas gedacht hat. Alle drei Landräte in der Region seien sich einig gewesen, dass dieser Name für alle vier Gebietskörperschaften stehen könne.

Unser Kommentar dazu: Ohne Worte! Dazu einige Zeilen aus dem Wahlprogramm von Roland Weigert vor seiner Wahl im Jahr 2008 "...weil für mich Bürgernähe mehr zählt als Parteienpolitik, will ich meinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern des Landkreis Neuburg-Schrobenhausen natürlich auch nah sein". Bürgernähe sieht aus unserer Sicht anders aus. Und zum Thema Fairness: Fair wäre es gewesen, wenn die Bürger und ihre legitimierten Vertreter mitbestimmt hätten.

Ein gutes Beispiel wie man es richtig macht liefert hier Weißenburg-Gunzenhausen. Dort gibt’s vom Regionalmanager die Initiative "Unser Name - unsere Region".

 

Homepage SPD Kreisverband Pfaffenhofen

 

Kommentare

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Mehrheitsmeinung

Nachdem letzten Donnerstag und heute der Kreistag einstimmig für einen sofortigen Stop der Markenkommunikation und die Beratung neuer Vorschläge in den Kreisgremien plädiert hat, kann wohl schlecht von "Oppositionsgezeter" gesprochen werden? Hier geht es um die Sache - die Identität einer gesamten Region und darum, wer hier wie was entscheidet.

Autor: Thomas Herker, Datum: 19.07.2010


Oppositionsgezeter

"die Bürger und ihre legitimierten Vertreter mitbestimmt hätten"... sagt doch schon alles, um was es geht.

Die SPD wurde einfach nicht gefragt und übt sich jetzt im schmollen.

Konstruktive Hinweise oder alternative Lösungen? Leider Fehlanzeige. Arme SPD.

Autor: M. Schlegel, Datum: 19.07.2010


Beschämend

Wenn es wirklich stimmt, dass die großen Unternehmen hier Druck ausübern - die Fa. bauer aus Schrobenhausen eingeschlossen - dann ist "Oligarchie" wohl noch milde ausgedrückt!?

Autor: Slavica Bakic, Datum: 11.07.2010


Auer AG

Sehr geehrter Herr Beutler,

wissen Sie, ob Herr Bauer in die Namensentscheidung eingebunden war und stimmt es, dass Herr Bauer in Kreisen der CSU droht, die IRMA zu beukotieren, wenn die Markendioskussion erneut geführt wird?

MfG
Esser

Autor: Roman Esser, Datum: 09.07.2010


Tanzbär von Audi und EADS

Sehr geehrter Herr Beutler,

ich denke es geht hier wirklich nicht um die Zusammenarbeit in der Region, sondern darum, wie sich eine Region nach außen darstellt. Und ein Eichstätter,wie ein Schrobenhausener oder ein Pfaffenhofener kann sich mit "IngolstadtLandPlus" nicht identifizieren könne. Eine solch ein Name prägt für Jahre und wenn das Geld aus der gesamten Region ist und diese davon profitieren soll, dann muss dass doch eine breite getragene Entscheidung sein.

Schmollen hilft da nix und die Menschen sind doch nicht die Lakaien von großen Unternehmen, oder?

Darf ich Sie fragen, für welches der beteiligten Unternehmen Sie arbeiten und in welcher Organisationseinheit?

Autor: Roman Esser, Datum: 09.07.2010


Oligarchische Verhältnisse?!

1. wo bleiben die Vorschläge, nur dagegensein und alles negativ Reden kann jeder
2. wenn Herr Käser festlegt, das IRMA nicht zur Debatte steht, sind wir beteiligten Firmen aber froh , das wir unsere Resourcen weiterhin zur Verfügung stellen dürfen und den Tanzbär der SPD spielen dürfen

Autor: Hartmut Beutler, Datum: 09.07.2010


 

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